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Hamburg (ots) -

 - Sonntag Aktuell zeichnet kreative Reiseideen aus - Themenreisen "Fußball Weltmeisterschafts-Talks" von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten prämiert 

Hapag-Lloyd Kreuzfahrten gehört zu den am 18. Januar veröffentlichten Gewinnern des Sonntag Aktuell Touristikpreises 2015. Ausgezeichnet wurde das Themenreisen-Programm am Beispiel der “Weltmeisterschafts-Talk Reisen” zur Fußball-WM im vergangenen Jahr. Auch 2016 zur Europameisterschaft wird dieses erfolgreiche Format an Bord der EUROPA und EUROPA 2 wiederholt.

Mit dem Touristikpreis zeichnet Sonntag Aktuell jährlich Veranstalter und Touristikbüros für ihre kreativen Reiseideen aus. In diesem Jahr stimmten über 4.000 Leser über die zwölf von der Redaktion vorgeschlagenen Konzepte ab und schlussendlich wurden drei Gewinner gekürt. Hapag-Lloyd Kreuzfahrten erhält die Auszeichnung in der Kategorie “Unterwergs-Reisen” für das Themenreisen-Programm am Beispiel der “Weltmeisterschafts-Talk Reisen” zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien im Sommer 2014. Während der WM-Zeit analysierten an Bord der EUROPA und EUROPA 2 auf ausgewählten Reisen unter fachkundiger Leitung von Jochen Sprentzel und Jörg Wontorra Vereinsmanager, ehemalige Nationalspieler oder Schiedsrichter die Spiele und diskutierten mit den Gästen über Spielsituationen, Platzverweise und Schiedsrichterentscheidungen. Aktionen wie eine WM-Lounge, Torwandschießen oder auch kulinarische Begleitungen zu den Spielen rundeten das Programm ab.

Auch zur Europameisterschaft 2016 in Frankreich können sich die Gäste wieder auf die Weltmeisterschafts-Talk Reisen freuen. An Bord der EUROPA und EUROPA 2 wird es auch dann auf ausgewählten Reisen spannende Talkrunden und Spielanalysen mit namhaften Experten geben.

Ebenfalls zum Programm der Themenreisen an Bord der Hapag-Lloyd Kreuzfahrten Schiffe gehören unter anderem Familienreisen, Golfkreuzfahrten, Gourmet- und Musikreisen oder auch Studienreisen.

 

Zuerst erschienen auf:

www.presseportal.de/pm/22469/2929161/sonntag-aktuell-touristikpreis-2015-hapag-lloyd-kreuzfahrten-fuer-themenreisen-ausgezeichnet/

  • In Nordrhein-Westfalen erwägt man, angehenden Sprachlehrern keine Lateinkenntnisse mehr abzuverlangen.
  • Die Grundlagen, die Latein für moderne Fremdsprachen legt, werden überschätzt.
  • Das kulturelle Erbe der Antike ließe sich im Geschichtsunterricht besser vermitteln.
Kommentar von Roland Preuß

Tempora mutantur, et nos mutamur in illis – die Zeiten ändern sich und wir ändern uns mit ihnen. Das Latein hat viele Sinnsprüche zu bieten, dieser aber trifft in hübscher Ironie auf die Sprache selbst zu. Latein ist auf dem Rückzug, zumindest was die Universitäten angeht. Immer mehr Landesregierungen und Fakultäten kommen zu der Überzeugung, dass ein Studium auch ohne Latein seriös zu stemmen ist, so wie es sich derzeit in Nordrhein-Westfalen anbahnt. Dort erwägt man, angehenden Sprachlehrern keine Lateinkenntnisse mehr abzuverlangen. Dieser Trend wird nicht ohne Folgen an den Schulen bleiben.

Die Zahl der Schüler, die sich mit Ablativ und Deponentien befassen (müssen), ist zwar gestiegen. Das darf man aber nicht missdeuten als eine wachsende Popularität der Sprache. Es streben einfach mehr Schüler eines Jahrgangs das Abitur an und damit bleibt ihnen oft gar nichts anderes übrig als Latein zu lernen – es zählt vielerorts zum Pflichtprogramm.

Pro Lateinunterricht Warum Latein als Schulfach bleiben muss

Latein ist Basis vieler moderner Sprachen, ein Fenster zur Kultur. Auch wenn in manchen Bundesländern die Lateinpflicht für Lehramtsstudenten fällt, bleibt Latein für Schüler ein “Lernfach” im besten Wortsinne. Pro und Contra Latinum

Die gestiegene Zahl der Lateinschüler wirft umso dringender die Frage auf, ob der zentrale Stellenwert des Fachs noch zeitgemäß ist. In Bayern zum Beispiel muss man nicht nur im humanistischen Zweig Latein belegen, auch am musischen und an vielen naturwissenschaftlich-technologischen Gymnasien kommt man spätestens ab der 6. Klasse nicht um das Fach herum.

Dabei ist Latein nicht nur ein Fach unter vielen, oft ist es das Fach, das über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. So zumindest erlebte es der Autor dieser Zeilen, dessen Mitschüler am Gymnasium in erster Linie anhand schlechter Lateinzensuren aus der Bahn zum Abitur geworfen wurden. Statistisch belegt ist das nicht, es existieren dazu keine offiziellen Zahlen. Dennoch ist die Frage erlaubt: Ist es das Wert?

Ja, sagen die Befürworter des Latein und führen eine Reihe von Gründen an. Schlagend sind diese jedoch nicht, wie ein näherer Blick auf die Argumente zeigt:

1. Latein ist unverzichtbar für bestimmte Studienfächer.

Das ist sicher richtig für Alte und Mittelalterliche Geschichte, für Theologie und einige andere Fächer. Wer sich wissenschaftlich mit lateinischen Texten auseinandersetzt, muss die Sprache beherrschen. Die nötigen Kenntnisse lassen sich allerdings auch während des Studiums nachholen, die Unis bieten eigene Kurse dazu an. Mitunter tut es schon ein Lehrgang über die nötigen lateinischen Fachbegriffe, etwa in der Medizin. Zudem ist Latein – siehe oben – an den Unis auf dem Rückzug.

2. Latein ist nötig, um Deutsch, aber auch um Fremdsprachen richtig zu lernen.

Im Umkehrschluss müsste man all jenen Schülern, die auf Latein verzichten, unterstellen, dass sie nie richtig Deutsch lernen können. Nach dieser Logik müssten die Schüler in Sachsen-Anhalt oder Thüringen in bundesweiten Leistungstests weit abfallen gegenüber ihren bayerischen Altersgenossen, weil im Osten deutlich weniger Jugendliche Latein lernen als im Süden. Das ist aber nicht der Fall.

Der Weg zu gutem Deutsch muss nicht über Latein führen, auch andere Fremdsprachen und sogar guter Deutschunterricht können behilflich sein. Ähnlich verhält es sich mit Fremdsprachen: Eine Studie von Ludwig Haag und Elsbeth Stern kam 2002 zu dem Ergebnis, dass Studenten mit Französischkenntnissen leichter Spanisch lernten als Studenten mit gleichwertigen Lateinkenntnissen. Latein wird überschätzt. Warum also nicht gleich die lebendige Sprache erlernen?

3. Latein ist unverzichtbar für eine umfassende Bildung.

Natürlich kann man fragen: Was bleibt den meisten vom Lateinunterricht außer ein paar Sinnsprüchen wie “Audaces fortuna adiuvat” (Den Tapferen hilft das Glück)? Und auch die sind nicht immer rasende Geistesblitze. Sicher, dies greift zu kurz. In der römischen (und griechischen) Antike wurzelt die westliche Kultur, sie brachte literarische, rhetorische und philosophische Meisterwerke hervor, die bis heute Gewicht haben. Damit ist jedoch nicht gesagt, dass der Lateinunterricht diese Wurzeln auch vermittelt.

In den ersten Jahren ist dies schon vom Sprachniveau her unmöglich, sie vergehen zwangsläufig mit Grammatik- und Vokabelpauken. Der Unterricht wird stark durch Übersetzungstechnik bestimmt, es gibt bis zur Oberstufe kaum Gelegenheit, einen Cicero oder Catull-Text philosophisch und historisch zu durchdringen. Dieses antike Erbe lässt sich auch an anderer Stelle vermitteln, sei es im Fach Geschichte, sei es durch die Lektüre von Übersetzungen. Die Entscheidung darüber, wie viel Latein noch zeitgemäß ist, ist eine Entscheidung darüber, welche Bildung noch zeitgemäß ist.

Die Welt und der Bildungskanon haben sich geändert

Wer auf Latein beharrt, blockiert faktisch andere, neue Inhalte. Bessere Alternativen gibt es genug: Fremdsprachen wie Französisch, Spanisch oder Italienisch. Damit würde man dem Leben in der EU gerecht, in dem sich die Bürger millionenfach über Grenzen hinweg austauschen. Diese Sprachen öffnen zudem eigene, gewichtige literarische und philosophische Welten. Hat uns eine Isabel Allende in ihrem Roman “Geisterhaus” heute nicht mehr zu sagen als Caesar in “De bello Gallico”? Fällt ein Jean-Jacques Rousseau im Original tatsächlich ab gegenüber einem Tacitus?

Eine Reduzierung des Pflichtlatein in Schule und Universität hat nichts damit zu tun, Bildung nach dem Nutzwert auszurichten. Es hat damit zu tun, dass sich der Bildungskanon ändert mit der Welt da draußen vor der Schule. Das haben auch die Römer schon gewusst: Non scholae, sed vitae discimus, heißt es – Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.

Fakten zum Latinum Latein zwischen Blüte und Verfall

Nach Plänen der Regierung in Nordrhein-Westfalen soll der Nachweis des Latinums für alle Lehrer entfallen, seitdem tobt bundesweit ein Grundsatzstreit. Einige Fakten zur Rolle der alten Sprache in Schulen und Universitäten.

Zuerst veröffentlicht auf:

www.sueddeutsche.de/

Immer an der Wand lang: Das steinerne Band des Hadrianswalls zog sich zu Zeiten der Römer über die britische Insel. Die Christen sorgten dann dafür, dass Carlisle auch Kirchenmauern bekam.

Ein Paar, ein Pudel, mehr war mir auf dem Weg nach oben nicht begegnet. Das Paar grüßte freundlich, der Pudel sah hochmütig an mir vorbei, als ich vom Parkplatz aus am Teich entlang und schließlich den Waldweg hinauf lief.

 

Ein Schild warnte mich davor, über Zäune zu klettern, in Tümpeln zu schwimmen oder Kinder unbeaufsichtigt zu lassen. Mit all dem konnte ich leben: Die Kinder waren zu Hause geblieben, zum Schwimmen war es zu frisch, und über Zäune muss ich nicht, solange es Wege gibt. Während ich noch stieg, immer weiter über eine feuchte Wiese, die allmählich vom satten Grün ins Fahle wechselte, wurde der grauviolettfarbene Himmel größer und der Abgrund an meiner linken Seite steiler.

Was ins Tal gehörte, blieb auch im Tal, kein Auto ließ sich hören, kein Vogel, keines der Schafe von den Weiden beiderseits der Straße. Nur der Wind zog laut über die Wiese mit den krummgewehten Bäumen, über die Findlinge und die aufgeschichtete Steinmauer, die spektakulär auf der Kuppe des Bergs von West nach Ost verläuft, in Senken verschwindet und wieder auftaucht, manchmal majestätisch, manchmal geradezu diskret. Ein Band aus akkurat behauenen Steinen, das sich so sanft an den Berg schmiegt, als sei es schon immer da gewesen.

 

Die Mauer, die Albträume fern hält

Oder schon sehr lange. Den Hadrianswall errichteten die Römer in den Jahren 122 bis 128 nach Christus, um das nördliche Ende ihres Reichs zu sichern. Heute verläuft ungefähr hier die Grenze zwischen England und Schottland, und wenn im September die Abstimmung zur schottischen Unabhängigkeit anders ausgegangen wäre, dann träfe man vielleicht inzwischen Patrouillen auf dem Wall. Oder jemand würde die mächtigen Tore wieder aufbauen, mit denen früher der Weg zwischen Nord und Süd kontrolliert wurde.

Dass ich nun hier war, hängt mit einem dieser Tore zusammen. Zu den stärksten Eindrücken meiner Lektüre von „Prinz Eisenherz“ gehört eine Szene, in der Eisenherz, im wilden Norden unterwegs und verfolgt von den blau angemalten Pikten, erschöpft und blutend am Wall ankommt. Eigentlich sollte hier niemand mehr sein, schließlich waren die Römer zu Eisenherz’ Zeiten schon aus England verschwunden, inzwischen herrschte hier König Artus.

Aber irgendjemand, so jedenfalls erinnere ich mich an die Szene aus dem Comic, nimmt Eisenherz am Schlafittchen, zerrt ihn durch das Tor und schlägt es hinter ihm zu. Die Erleichterung des Prinzen über die fabelhaft dicke Mauer, die all die Albträume aus dem Norden fernhält, übertrug sich damals sofort auf mich.

 

Die Stadt die auf Camelot steht

Wer von London aus mit dem Zug zum einst 113 Kilometer langen Hadrianswall kommen will, kann beispielsweise nach Newcastle fahren, kurz vor der Mündung des Flusses Tyne in die Nordsee, und dann quer durchs Land nach Westen. Es gibt eine Straße südlich des Walls, die schon von den Römern benutzt wurde, und es gibt eine Eisenbahnlinie, die parallel dazu verläuft, einige Kilometer vom Hadrianswall entfernt.

Ich nahm die andere Richtung und steuerte Carlisle an der englischen Westküste an, schon weil die Stadt im Verdacht steht, eigentlich auf den Trümmern von König Artus’ Burg Camelot erbaut zu sein – Eisenherz’ Arbeitsplatz. Der Schnellzug von London nach Glasgow braucht bis Carlisle etwa dreieinhalb Stunden. Die Strecke führt direkt nach Norden, und im November bedeutet das: Der Tag altert noch schneller als sowieso schon.

 

Städte aus der Geschichte – nur in echt

Der Zug fuhr ins Graue, der feine Regen begleitete uns knapp zwei Stunden lang, und so lange hielten wir an keinem Bahnhof. Dann tauchte am Himmel ein orangefarbener Streifen auf. Die Häuser wurden weniger, die Wiesen und Weiden mehr, abgegrenzt zunächst durch sorgfältig geschnittene niedrige Hecken und später durch gepflegte Steinmauern, die angeblich aus den Überresten römischer Kastelle und Villen erbaut wurden.

Nur die Schafe, die starr der Eisenbahn nachsahen, blieben sich gleich. Wir hielten in Lancaster, das es also wirklich gibt, nicht nur in den Rosenkriegen, aber York gibt es schließlich auch, dachte ich. Die Irische See blitzte links auf und verschwand wieder, es ging durch Hügel und Heide, und dann war plötzlich Carlisle da.

 

Bischof und Königin Mary – Geisterstunde

Dass die Stadt lange ein Außenposten der Briten war, sieht man ihr an: Am Bahnhof versperrt ein klobiger Zitadellenturm den Weg ins Zentrum, und nach ein paar Schritten ist man am anderen Ende der Innenstadt, die von einer Festung auf einem Hügel bewacht wird.

 

Webseite:

http://www.faz.net/aktuell/reise/zwischen-schottland-und-england-der-roemische-hadrianswall-13309251.html

Die Pariser Hotelpalette, gewiss die spektakulärste und auch teuerste in Europa, wurde gerade mit dem für mich weltweit besten Haus gekrönt, dem “Peninsula Paris” in der Avenue Kléber, ein Steinwurf vom Arc de Triomphe entfernt. Der Prachtbau war vor 100 Jahren einmal das “Hotel Majestic”, dann das Hauptquartier der Unesco und vor der grandiosen Renovierung Konferenzzentrum des Außenministeriums.

Schließlich wurden mehrere Hundert Millionen Euro in das Hotel verbaut und in die grandiose Einrichtung mit viel Blattgold gesteckt. Sechs Jahre lang arbeiteten die besten Handwerker Frankreichs an der Gebäudefassade mit feinstem Marmor und an der Einrichtung des luxuriösesten Domizils der Branchengeschichte.

Ein riesiges Löwenpaar aus Stein “bewacht” einen der beiden Eingänge und hält nach chinesischer Sitte die bösen Geister fern und das Glück im Haus.

Zimmer und Suiten

Die Zimmer (auch die unterste Kategorie) sind geräumig, klassisch und pfiffig gestaltet, alle mit großem begehbaren Kleiderschrank und den besten nur denkbaren Bädern, mit einer Dusche, gewaltig wie ein Tropengewitter, und mit separaten Toiletten. Viele luxuriöse Kleinigkeiten stechen hervor: der beheizte Toilettensitz, der Nagellacktrockner, der zentrale Lichtschalter am Bett, die kostenfreie Minibar.

Die meisten der 200 Zimmer und Suiten haben Balkone, exzellente Betten und wertvolle Kunstwerke als Dekoration. Bei einer derartigen Investition waren hohe Zimmerraten zu erwarten. So beginnt die Preisliste im “Peninsula” bei 1090 Euro die Nacht.

Essen und Trinken

Drei Restaurants werden angeboten, dazu Bars und Lobby-Bewirtung, insgesamt eine interessante Genussbreite. In traumhaftem Ambiente wird im “LiLi” kantonesische Küche serviert. Der einzige Wermutstropfen und Kritikpunkt war die Weinpflege. Die Flasche roter Bordeaux aus Pessac Léognan kam eiskalt, wie ich mir Champagner wünsche. Die Servicekraft erklärte mir dann völlig abstrus, ihre Gäste wollten das so. Der perfekt arbeitende Direktor Nicolas Béliard will das nun ändern.

Auf der Dachterrasse befindet sich das “L’Oiseau Blanc” mit gepflegter Bistro-Küche. Zum Frühstück gibt es kein Büfett, sondern À-la-carte-Gerichte auf edlem Porzellan.

Der Service

Auf Wunsch wird der Gast am Flughafen abgeholt. In allen Bereichen, von der Rezeption bis zum Room Service, die kleine Wein-Episode einmal ausgeklammert, ist der Service und die Pflege des Gastes perfekt, liebenswert, engagiert.

Das Urteil

Wann erreicht ein Hotel schon mal 99 Punkte? Bei meiner TV-Serie “Fünf Sterne sind mit nicht genug” war der Höchstwert 89. Das “Peninsula” ist mit der phantastischen Hardware, dank des umsichtigen Chefs Béliard und selbst bei kritischer Betrachtung schon jetzt mein Traumhotel von 2500 getesteten Häusern. Großes Kompliment!

Ein paar Mal gaben sich Hotels selbst sechs Sterne. Im “Peninsula” wären sie verdient. Seriös bewertet sind das mit einem Plus fünf ehrliche Sterne.

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www.welt.de/reise/

Mit dem Ober- und Unterlauf der Donau ist es wie mit zwei ganz unterschiedlichen Frauen: “Die eine ist geradlinig, präzise, beherrscht. Man weiß genau, was man von ihr zu erwarten hat”, sagt Kapitän Aleksandar Jovanović. Die andere dagegen gebärde sich wild und gefährlich, sei voller Überraschungen. “Nie kann man sich bei ihr sicher sein, wie sie reagieren wird, und verstehen kann man sie nur mit Erfahrung – und mit viel Gefühl.”

Aleksandar Jovanović kennt die Donau. Er befährt den Fluss nunmehr seit 18 Jahren – und somit genau seit der Hälfte seines Lebens. Jovanovićs große Leidenschaft gilt vor allem dem Eisernen Tor, dem Donaudurchbruch zwischen den serbischen Städtchen Golubac und Kladovo, wo sich der Fluss einen abenteuerlichen Weg durch die Karpaten gesucht hat und der heute die Grenze zwischen Serbien und Rumänien bildet.

Unter Schiffern galt diese Passage einst als lebensgefährlich. Allerdings kann Jovanović jene Zeiten, in denen sich die Donau im Eisernen Tor häufig wild in ihrem Bett wälzte, gar nicht mehr kennen. Denn schon lange bevor er geboren wurde, hat man den Fluss in Serbien gezähmt, zunächst Ende des 19. Jahrhunderts durch die Regulierung von Stromschnellen und in den vergangenen 50 Jahren durch Wasserkraftwerke und die dazugehörigen Staustufen.

Der wildromantische Abschnitt

Diese waren im Frühjahr 2014 ein wahrer Segen, als nicht enden wollende Regenfälle zu massiven Überschwemmungen im ganzen Land führten. Im Eisernen Tor aber konnte man den Wasserpegel ausgleichen, die Landschaft blieb unberührt. So ist dieser Teil der Donau nach wie vor der wildromantischste – und einer der schönsten allemal.

Über gut 100 Kilometer mäandert die Donau hier durch dicht bewaldete Bergzüge. Mal liegt sie fast behäbig da, weitet sich bis zur Breite eines Sees aus und gibt den Blick frei auf tiefgrüne Wälder. Dann wieder zwängt sie sich durch enge Schluchten mit bis zu 300 Meter hohen Felswänden. An ihrer schmalsten Stelle ist sie gerade mal 150 Meter breit, dafür aber unheimliche 90 Meter tief.

Die Faszination dieser Naturgewalt erlebt man am besten vom Boot aus. Aleksandar Jovanović, der in den Wintermonaten große Tanker die Donau hinauf- und hinuntersteuert, hat vor fünf Jahren das Ausflugsboot “Stevanske livade” gekauft und restauriert. Mit ihm stellt er im Sommer und Herbst Touristen seine Donau rund um Donji Milanovac vor, einem Städtchen im Zentrum des Eisernen Tors.

Höhepunkt jeder Donaureise

Und da der Fluss auf serbischer Seite vom Nationalpark Djerdap gesäumt wird, führt eine Bootstour mitten hinein in unberührte Wildnis. Als “Höhepunkt jeder Donaureise” kündigt unsere Reiseleiterin auf dem Boot die berühmte Tabula Traiana an. Einige eifrige Reisende mit schlauen Büchern in der Hand suchen mit den Augen schon das Ufer ab, als Jovanović auf einen Felsen zeigt.

Manch einer schaut dann recht enttäuscht, als im grauen Gestein eine helle, drei mal zwei Meter große Marmortafel sichtbar wird, die sich farblich kaum abhebt. Das also ist die berühmte Trajanstafel?

Mit einem Adler und Delfinen huldigt sie dem römischen Kaiser Trajan, der hier schon im ersten Jahrhundert eine Straße anlegen ließ – so spektakulär auf Holzbalken entlang der Felswand, dass der Bau auf der Trajansäule in Rom verewigt wurde.

Und als im Zuge der Bauarbeiten für das Wasserkraftwerk Djerdap das Tal 1972 geflutet werden musste, versetzte man die Inschrift samt Felsen ein Stück höher. Eindrucksvoll ist ihr neuer Platz auf jeden Fall immer noch: Ausschließlich mit dem Schiff kann man sich dem Monument nähern. Die Rumänen stellten dem antiken römischen Kunstwerk vor etwa zehn Jahren eine moderne 40 Meter hohe Statue gegenüber.

8000 Jahre zurück in die Vergangenheit

Auf ihrer Uferseite ließen sie das Konterfei des Dakerkönigs Decebalus in eine Felswand meißeln – auch wenn dieser im Dakerkrieg 106 n. Chr. gegen Trajan verloren hatte. In Donji Milanovac, dem serbischen Städtchen im Zentrum des Eisernen Tors, entlässt der Kapitän seine Passagiere. Von hier aus geht es auf der Landstraße innerhalb weniger Minuten um 8000 Jahre zurück in die Vergangenheit.

Am Donauufer entdeckten Forscher in den 60er-Jahren die Reste der steinzeitlichen Siedlung Lepenski Vir, die mehr als 2000 Jahre lang bewohnt gewesen sein soll. Denn ein besonderes Mikroklima bot den Menschen hier ideale Lebensbedingungen mit nicht zu heißen Sommern und recht milden Wintern. Außerdem waren die reichen Fischgründe der Donau eine ergiebige und nie versiegende Nahrungsquelle.

Da der Spiegel der Donau für das nahe Wasserkraftwerk angehoben werden musste, hat man auch die archäologische Stelle 30 Meter höhergelegt und mit einem Glasbau ummantelt. Zu sehen sind die Grundrisse von Häusern, Gräber aus verschiedenen Epochen sowie Skulpturen aus Sandstein. Welch zentralen Stellenwert die Donau im Leben einnahm, zeigen Figuren menschlicher Wesen mit Fischkopf.

Luchse, Wildkatzen und zurzeit 20 bis 30 Wölfe

Einige Besucher umkreisen fasziniert zwei Hologramme, die mögliche Hausformen aus der Steinzeit darstellen, andere nutzen einen Bildschirm, um virtuell durch steinzeitliche Wohnungen zu streifen. Die Siedlung Lepenski Vir liegt mitten im Nationalpark Djerdap, der die Donau auf serbischer Seite durch das gesamte Eiserne Tor begleitet.

 

Das rund 640 Quadratkilometer große Naturparadies beheimatet eine Artenvielfalt, von der andere Nationalparks in Europa nur träumen können. Hier fühlen sich Adler, Waldschildkröten, Luchse, Wildkatzen und zurzeit auch 20 bis 30 Wölfe wohl. Noch ist die Natur im Nationalpark Djerdap völlig unberührt, und auch für die Zukunft setzen die Verantwortlichen auf strikte Besucherlenkung.

So ist es tatsächlich verboten, sich ohne offizielle Begleitung im Gebiet mit der Schutzstufe 1 aufzuhalten. Trotzdem soll der Besuch für Wanderer ganz unbürokratisch ablaufen. Am besten meldet man sich ein, zwei Tage vorher im Besucherzentrum in Donji Milanovac, schaut sich dort den großartigen Einführungsfilm zum Nationalpark an und bucht für rund zehn Euro einen Guide.

Mit Herzklopfen und auf eigene Gefahr

Die Wanderungen starten meist mitten im Wald. Treffpunkt ist das 2014 neu eröffnete Naturschutzzentrum, das in einer kleinen Ausstellung die Flora und Fauna der Region zeigt. Auf schmalem Pfad geht es durch Wälder und Blumenwiesen mit Orchideen und Glockenblumen. Der Duft von Thymian und Minze steigt in die Nase, das Zirpen der unzähligen Insekten und Vögel klingt in den Ohren.

Nur eine Viertelstunde dauert es, bis die Wanderer zu einem spektakulären Aussichtspunkt über der Donau gelangen. Wer den besten Blick auf den Strom haben möchte, kraxelt weiter über spitze Felsen bis an den Abgrund – mit Herzklopfen und auf eigene Gefahr. Für weniger wagemutige Abenteurer ist zum Glück bereits eine sichere Plattform geplant.

Nicht weit vom Städtchen Donji Milanovac hat sich ein serbischer Künstler sein kleines Donauparadies erschaffen: Živorad Stefanović empfängt seine Gäste ohne Schuhe, dafür mit kräftigem Händedruck und einem hausgemachten Honigschnaps. “Ich bin Žika, der Barfüßige”, stellt er sich vor, “und das hier ist mein Selbstporträt.” Der Mann grinst und hält eine kleine Skulptur in die Luft. Es ist ein Fuß aus Holz.

Stefanović wuchs ganz in der Nähe seines heutigen Domizils auf und geht, wie er selbst erzählt, seit er fünf Jahre alt ist nur noch barfuß. Mit seinem Anwesen Kapetan Mišin breg (Hügel von Kapitän Miša) hat er sich einen Traum erfüllt. Wie ein Adlerhorst liegt es auf einem Bergrücken und eröffnet einen berauschenden Blick über eine Biegung der Donau. Zwischen Froschteich, Pflaumenbäumen und lauschigen Lauben bevölkern etwa 400 Holzskulpturen den Garten.

“Zum Teil sind sie durch die Skulpturen der Steinzeitsiedlung Lepenski Vir beeinflusst”, sagt der Künstler und verrät, dass er die menschlichen Wesen mit Fischkopf gern um Inspiration bittet. Nach Voranmeldung können Kunstsinnige und Ruhesuchende in Živorad Stefanovićs Gesamtkunstwerk aus Open-Air-Galerie, Naturreservat und Öko-Lodge ausspannen.

Über der Donau Ruhe und Freunde gefunden

Gäste wohnen in einfachen Zimmern, und zum Mittagessen schöpft Suzana, die Tochter des Hauses, Hühnersuppe aus einem schweren Tonkrug. Danach gibt es vom bunt gedeckten Tisch frittierte Brennnesseln, hausgemachten Ziegenkäse, Grillfleisch und gefüllte Teigtaschen – alles ökologisch produziert, wie Stefanović betont. Dann setzt er sich mit einem Glas Wein zu seinen Besuchern in die ziegelgedeckte Laube am Rand des Hügels.

Unten wälzt sich träge die Donau in ihrem Bett, und zur Abenddämmerung zwitschert und zirpt es in den Bäumen. “Hier oben habe ich meine Ruhe gefunden und bin ein extrem reicher Mensch geworden”, sagt Stefanović. “Sie müssen wissen, dass ich Reichtum nicht nach Geld einschätze, sondern danach, wie viele Freunde jemand hat.” Und er habe hier oben, hoch über der Donau, viele neue Freunde gefunden.

Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt von der Nationalen Tourismus Organisation Serbiens. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit

 

Erstmalig veröffentlicht auf:

 

http://www.welt.de

Wir hatten eine Heidenangst vor diesem Urlaub. Das hieß, zwei Wochen allein mit unserer Tochter zu verbringen. Ob wir diesen Bespaßungstest bestehen würden, war so klar wie die Wettervorhersage. Unsere Tochter ist aus der Kita ein wildes Programm gewöhnt: Dort klettert sie auf Bäume, singt, bastelt, isst pünktlich um 12.30 Uhr zu Mittag, nicht zu warm, nicht zu kalt, danach wieder turnen, fangen, malen, kloppen. Meistens kommt sie nachmittags mit bunt bemaltem Gesicht und erdverschmierter Hose auf einen zugerannt.

Das muss man erstmal toppen! Da wir ihrem Bewegungsdrang und dem Kinderprogramm gerecht werden wollten, buchten wir einen durchorganisierten Cluburlaub: ein mallorquinisches Pauschalparadies mit Poollandschaft, Minidisco, nervigen Clowns, Kindern soweit das Auge reicht und einem Buffet mit Pommes, Pizza, Nudeln und 28 verschiedenen Nachspeisen. Wir waren schwer bewaffnet. Mit uns würde es nicht langweilig werden. Können wir mit links, was die Kita kann!

Siegessicher durchschritten wir die überfüllte Hotelanlage vor der malerischen Goldküste im Südwesten Mallorcas. Zu zweit wären wir nie hierher gekommen. Gefühlte 4000 Gäste aus aller Welt besetzten die Poolliegen; abends schaute man sich bei Sangria die Animateur-Version von Cats an und früh morgens weckte einen der Hunger-Kanon unzähliger Säuglinge. Eigentlich mögen wir Rucksackreisen, unkonkrete Unterkünfte, Wanderungen zu Bergvölkern und sowas.

Aber wir wollten ihr kein pädagogisch wertvolles Reiseprogramm aufzwingen, das hätten wir egoistisch gefunden. Wenn unsere Tochter nur vollanimiert glücklich ist, sind wir es eben auch. Nur, so war es nicht. Am vierten Tag wurde es langsam komisch. Sie war eigentlich ganz guter Dinge, wollte aber partout nicht mit anderen Kindern spielen. Sie hütete ihr Spielzeug wie einen heiligen Gral und wich kaum von unserer Seite. Selbst die Bernd-das-Brot-Hüpfburg im Ort schaute sie nur kurz interessiert an, hüpfte einmal und sprach nicht mehr davon. Beim Abendbuffet rührte sie nur die Pizza an und etwas Eis. War sie krank? Was war mit ihr los? Was haben wir falsch gemacht? Und wo konnte man Beschwerde einlegen?

Erst mal mieteten wir etwas ratlos Fahrräder und fuhren in die abgelegene Bucht eines Naturschutzgebiets. Hier waren kaum Menschen, es gab nur Sand und eine azurblaue Lagune, in der eine Yacht wogte. Nachdem unsere Tochter in Ruhe den weißen Sand durch Finger und Zähen rieseln ließ, lief sie zum Wasser und spielte mit der Gischt. Sie war da nicht mehr wegzubekommen. “Wollen wir hier wohnen?”, fragte sie.

Vielleicht, dachten wir, brauchte auch sie eine Auszeit. Etwas Ruhe von der aufregenden Kita mit all den Freunden, die ja gleichzeitig auch Konkurrenten sind. Weg von den ständigen Auseinandersetzungen und Verhandlungen, von den Reizen und dem Lärm. Ein bisschen mehr Zeit mit den Eltern verbringen als die paar Stunden an den müden Abenden, ein bisschen öfter eindösen wann man will oder wach bleiben solange man will. Jeden Tag die gleiche Pizza essen. In den Himmel gucken. Es ist schön, wenn sich der Nebel lichtet.

Unseren nächsten Urlaub planen wir nun gemeinsam. Im Internet hat unsere Tochter sich bereits die Serengeti angeschaut, wo angeblich der König der Löwen lebt. Und Bilder der Arktis, in der vermutlich Robbe Robbie von Eisscholle zu Eisscholle springt.

 

Zuerst veröffentlicht auf:

www.nido.de

Karlsruhe – Schlechte Nachrichten für Vielflieger, die ihre Bonusmeilen zu Geld machen wollen: Die Lufthansa darf sie aus dem Programm werfen, wenn sie ihre Meilen nicht selbst einlösen, sondern bei Ebay versteigern.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil entschieden, dass Vielflieger des Unternehmens ihre Prämien aus dem Miles-&-More-Programm nicht an Dritte verkaufen dürfen. Die Richter urteilten, dass die Teilnahmebedingungen der Lufthansa, die den Tausch, Verkauf oder die sonstige Weitergabe der Prämien verbieten, rechtens sind.

Damit scheiterte die Klage eines Lufthansa-Vielfliegers. Er hatte unter Einlösung seines Meilenkontos Prämientickets im Wert von 3000 Euro in die USA und zurück auf den Namen eines Dritten gebucht. Die Lufthansa kündigte dem Mann daraufhin 2011 den Teilnahmevertrag fristlos und entzog ihm den Vielfliegerstatus. Zu Recht, wie der BGH nun entschied.

Laut Urteil handelt es sich bei Miles & More um ein Kundenbindungsprogramm. Die Lufthansa habe deshalb selbst bestimmen können, dass Teilnehmer Flugprämien, die sie nicht selbst nutzen wollen, allenfalls an Verwandte oder nahestehende Personen verschenken dürfen. Der Verkauf von Prämientickets an unbekannte Dritte sei deshalb wie im aktuellen Fall unzulässig. Wegen des Verstoßes gegen diese Teilnahmebedingung habe die Lufthansa dem Kläger auch den Vielfliegerstatus entziehen können.

Der Fall war im Juni 2013 bereits vor dem Oberlandesgericht Köln verhandelt worden. Damals entschieden die Richter zugunsten des Klägers. Dieser sei berechtigt gewesen, die Tickets zu verkaufen, damit habe Lufthansa ihm nicht die Mitgliedschaft im Vielfliegerprogramm entziehen dürfen. Die Fluggesellschaft hat den Fall vor den Bundesgerichtshof gebracht.

Wären die Bonusmeilen zum Verkauf freigegeben worden, hätte das Auswirkungen auf die Bilanz der Lufthansa haben können. Experten meinen, dass bisher bis zu 30 Prozent der Meilen verfallen.

Bundesgerichtshof (BGH), Aktenzeichen X ZR 79/13

 

Zur Anbieter-Website:

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/bgh-urteil-lufthansa-vielflieger-duerfen-meilen-nicht-verkaufen-a-999933.html

Regen, Mücken und Sonnenbrand. Weinende Kinder, streitende Freunde und die Unmöglichkeit, Zugtickets zu ergattern. Wer von den Ferien immer nur schwärmt, lügt oder hat Glück gehabt. SZ-Autoren und ihre schlimmsten Urlaubspannen.

Spaßterror

Ein Ferienhotel auf der kroatischen Insel Mali Lošinj, ein Stapel Bücher, es ist die herbeigesehnte oder auch nur herbeigeredete Entspannung. Doch irgendwann siegt die Versuchung: Die zehnjährigen Mädchen wollen auf die Reifen, die übers Wasser fliegen, was lustig aussieht, wenn man am Strand liegt. Der Kapitän des Motorboots deutet mahnend auf die Schwimmwesten; zwei gefallsüchtige Väter und zwei ahnungslose Töchter nehmen nach einer kurzen Instruktion (“alles easy”) ihre Plätze ein.

Und los geht die Fahrt mit dem Vierspänner, eher gemächlich, bis der nette Kroate, animiert vom Seegang, mal so richtig Gas gibt. In den Gesichtern der Mädchen, die gerade noch voller Begeisterung waren, spiegelt sich jetzt das blanke Entsetzen, wobei der Bootsführer das Kreischen als Zustimmung wertet, noch einen Gang zulegt und Wellenklatschen spielt. Eine Tochter jault fast so laut auf wie der Motor, das Gesicht voller Salzwasser und Tränen. Wie lautete doch der Kommentar der fränkischen Reisegruppe, die vor uns dran war? “Dodaaal abardig.”

Regnerischer Sommer in Italien Hallo! Sonne?

Je kürzer der Urlaub wird, umso perfekter muss er sein. Doch wenn es regnet, ist nichts locker. Nicht der Sand. Nicht die Leute. Besuch auf einem der größten Campingplätze der Adria – in einem Sommer, wie sie ihn dort noch nicht erlebt haben.

Nach endlosen 15 Minuten hat der Kapitän ein Einsehen und steuert den Strand an. Ein Vater hat blutige Ellbogen, weil er sich mit der Wucht eines Akkuschraubers in den Haltegriff des Gummitiers hineinmanifestiert hatte. Der andere versucht vergeblich, seine wimmernde Tochter zu besänftigen: War doch nur ein Spaß! Oh ja, unvergesslich.

Christian Mayer

Autopanne

Das Wohnmobil war fabrikneu. Wir hatten es für drei Wochen ausgeliehen, um damit den Rhein entlangzufahren, von der Quelle zur Mündung. So ein Haus auf Rädern ist ja eine prima Sache – solange man damit nicht einparken, rückwärtsfahren oder wenden muss. Beim ersten Rangierversuch stand leider ein Felsen im Weg. Beule Nummer eins. Das seitliche Einparken lief auch nicht so glatt. Beule Nummer zwei.

Die Allee in Düsseldorf war schön, aber die Äste der Platanen hingen dann doch tiefer als erwartet. Beule Nummer drei. Nach drei Wochen war ich so nervös, dass ich am liebsten nicht mehr anhalten wollte, vor lauter Angst vor der Beulenpest. Deshalb lehnte ich die Bitte meiner Kinder, auf dem Weg zur Rückgabestation bei McDonald’s zu halten, hartherzig ab. Wie sollte ich denn da bitte parken mit so einem Monster? Darauf der Vorschlag meiner schlauen Tochter: “Fahr doch durch den Drive-through!” Spitzenidee. Allerdings stellten wir fest, dass die Höhenbegrenzung ein paar Zentimeter unter der Gesamthöhe unseres Fahrzeugs lag – und zwar genau in dem Moment, als das Wohnmobil scheußlich knirschte und dann feststeckte.

Sommerurlaub in aller Welt Weg hier!

Die peinliche Szene, in der ich auf das Dach klettere und das abgerissene McDonalds-Schild vom Auto zerre, ist auf vielen Handy-Videos zu sehen, denn der Unfallort war schnell von mehreren Schulklassen umringt, die gerade aus ihren Bussen ausgestiegen waren. Beulen Nummer vier und fünf. Der Schadensbericht, den ich bei der Versicherung ablieferte, wird dort wahrscheinlich bei jedem bunten Abend zur Erheiterung vorgelesen.

Titus Arnu

Bettwanzen

Der Biss der Bettwanze wirkt spät. Erst Stunden nach dem Aufstehen fängt es an zu kribbeln, anfangs nur ein bisschen, am Ende würde man sich am liebsten die Haut abziehen. Die meisten Urlauber haben nur von den Biestern gehört, aber fast jeder Pilger lernt sie irgendwann kennen. Ich habe in der Meseta das Vergnügen, dem kargen spanischen Hochland, das den Jakobspilger kurz nach Burgos erwartet.

Die Übernachtung im Refugio kostet wie immer nur ein paar Euro, ist angesichts der muffigen Laken und der Schnarchorgie der Bettnachbarn aber auch kein wirkliches Schnäppchen. Am nächsten Tag marschiere ich im Morgengrauen mit zwei dicken Kolumbianern los. Bei unserer ersten Kaffeepause setzt das Kribbeln ein. Kurz darauf fange ich an, mich zu kratzen. Gegen Mittag erklären die Dicken, dass sie jetzt lieber allein weiterlaufen würden.

Urlaubsziele der Deutschen Ballermann und Ballerfrau

Endlich Urlaub! Aber wohin? Fernreisen sind zwar ein beliebtes Partygespräch, doch im Normalfall heißt es für Deutsche eher “Malle” statt Malediven. Die Badewanne Mittelmeer lockt, auch in Krisenländern füllen sich die Hotels wieder.

Am Abend haben sich die aufgekratzten Stellen an Armen und Beinen in Verbindung mit der Sonnenmilch in dicke Pusteln verwandelt, aus denen abwechselnd Blut und eine wässrige Flüssigkeit laufen. Der Juckreiz: kaum auszuhalten. Er begleitet mich weiter. Bis Santiago de Compostela, etwa 500 Kilometer lang. Vielleicht kommen auch ständig neue Bisse dazu, keine Ahnung. Der Jakobsweg, heißt es, gibt jedem Pilger das, was er verdient.

Marc Felix Serrao

Unfall

Die Berliner Familie im Nachtzug nach Zürich, unterwegs in die Schweizer Alpen. Die Kinder schlafen, der siebenjährige Sohn mit seinem Panini-Album im Arm, es ist Fußballweltmeisterschaft. Plötzlich, der Zug steht gerade, ertönt ein Knall, gefolgt von Geschrei. Der Junge ist aus dem obersten Bett des Liegewagens gestürzt, Blut läuft vom Kopf in sein Deutschland-Trikot. Der Schaffner kommt, dann drei Sanitäter mit einer Trage.

Im Halbschlaf rafft die Familie ihr Gepäck zusammen, um die Weiterfahrt im Rettungswagen anzutreten. Für die Frage, wo man eigentlich sei, reicht es noch. Auf dem Bahnhof Mannheim, was sich später als die Unfallursache herausstellen wird. Dort rangiert der Nachtzug, was wohl mit einer Wucht geschah, dass es den Jungen aus dem Bett katapultierte. Statt auf die Bergstation geht es für die Berliner Familie nun stationär ins Krankenhaus. Die Diagnose ist schnell gestellt, Verdacht auf Gehirnerschütterung.

Die Ärztin sagt, dass der Junge eine Woche nicht in die Sonne und keinen Sport machen dürfe. Und Fernsehen sei bei Gehirnerschütterung kontraindiziert. Es ist 3.41 Uhr morgens im Universitätsklinikum Mannheim, der erste Ferientag, der Tag des Finales der Fußballweltmeisterschaft. Und noch bevor die Ärztin die Worte “absolutes Fernsehverbot” fertig ausgesprochen hat und das Geheul eines siebenjährigen Jungen das Krankenzimmer erfüllt, ist klar, dass die Therapie des Problems das noch viel größere Problem sein würde.

Verena Mayer

Ticketprobleme

Wir betreten die Schalterhalle des Lissaboner Bahnhofs Santa Apolónia gegen 19 Uhr mit der Absicht, Fahrkarten für einen Nachtzug zu kaufen, der um 21.18 Uhr ins französische Hendaye fährt. Über das Strebertum, so zeitig da zu sein, hat sich ein Mitreisender da schon weidlich lustig gemacht. Sechs Schalter haben geöffnet, vier für “Inland”, zwei für “Ausland”.

Postkarten aus dem Urlaub “Bunt und kitschig muss es sein”

Boris Hesse bringt die Hälfte aller Ansichtskarten heraus, die in Deutschland gekauft werden. Ein Gespräch darüber, weshalb amerikanische Touristen nicht ans Meer fahren, Japaner den Rhein lieben und Angela Merkel auf Postkarten nicht laufen würde. SZ-Magazin

Vor den Auslandsschaltern drängen sich etwa achtzig Leute, viele Interrailer. Vor den Inlandsschaltern drängt sich: niemand. Die einsamen Mitarbeiter sagen höflich: “Für Auslandskarten wenden Sie sich bitte an unsere Auslandsschalter.” Im Verlauf der nächsten Stunde gelingt es den beiden Fachverkäufern für Schienenfernreisen, locker elf, zwölf Kunden zu bedienen. Weil es so gut vorangeht, macht um 20 Uhr einer der Auslandsschalter zu.

Um 21.17 Uhr flehen Dutzende Deutsche, Engländer und Italiener den Schaffner des Sud-Expresso an, doch bitte auch ohne Ticket einsteigen zu dürfen. Der Mann erklärt sachlich, aber bestimmt, dass man in seinem Land fürs Zugfahren Fahrkarten brauche. Nach einem Regenguss ist der Abend in Lissabon dann angenehm mild und der gegrillte Hammel ausgezeichnet.

Roman Deininger

Gruppenkoller

In dem Streit ging es oberflächlich darum, dass die eine Mutter eine Tierschützermutter ist und der Vater einer anderen Familie findet, dass Tiere vor allem erst mal stinken. Unter der Oberfläche ging es darum, dass drei Elternpaare und acht Kinder seit zehn Tagen in einem Haus am Strand festsaßen, Italien, Regen, dünne Wände. Nachts Mücken, wimmernde Babys, irgendwelche Tiere unterm Dach. Warum noch mal macht man das mit dem Verreisen?

Am letzten Abend kann man jedenfalls immerhin draußen essen. Die Kinder toben im vermatschten Garten, überhaupt, die Kinder lieben sich in diesem Urlaub, die können das ja mit der Enge. Die Eltern trinken Wein und schweigen, zwischendurch atmen sie tief, laut durch. Dann schleicht ein Tier in der Dunkelheit herum. Marder? Katze? Was Größeres? Die eine Mutter stellt eilig einen Speiseresteteller für das Tier zusammen, während der andere Vater aufspringt, in die Küche rennt und mit der Riesenwasserpumpgun bewaffnet brüllend in den Garten stürmt. “Jetzt hab ich dich! Gib Ruhe, du Stück!”, schreit der Vater und spritzt wild um sich. “Tiermörder! Du bist ein Tiermörder!”, schreit die Mutter und springt auf.

Der Streit eskaliert dann im Laufe des Abends über mehrere Stufen. Es wird gestritten, wie unter Erwachsenen im Grunde überhaupt nicht mehr gestritten wird. Laut, gemein, persönlich, grundsätzlich, nachtragend, alle durcheinander. Alle schlafen tief in dieser Nacht. Am nächsten Tag fahren sie aufgeregt nach Haus. Im Auto fragen die Kinder, ob sie nun nie mehr mit ihren Freunden in den Urlaub fahren werden.

Dieses Jahr waren wir alle zusammen im Allgäu. Vor dem Haus grasten Kühe. Es war viel zu kalt für Wasserpumpguns. Aber es war wunderschön.

Vera Schroeder

Miese Küche

Es sollte so richtig die große Cucina Italiana werden – zwei Wochen Süditalien, ein tolles Haus, vier begeisterte Esser und jeden Tag auf den Markt! Deshalb wählten wir den Erntemonat September als Reisetermin ins Cilento, suchten schon ein Jahr vorher das perfekte Ferienhaus. Nach Wochen abendlichen Abwägens war die Wahl auf ein großes Haus am Hang gefallen, teuer, aber freie Sicht aufs Meer und drei Terrassen mit Zitronenbäumen und Rosmarinrabatten. Wir packten viele Kochbücher und wenige Klamotten ein, schließlich hatte es noch 27 Grad, und fuhren dann sehr lange in eine Richtung, nicht ohne dabei schon den ein oder anderen Marktstand zu plündern.

Schlechte Aussichten, tolle Leserfotos Hotel Tristesse

Das Haus war prächtig, die Terrasse groß, die Zitronenbäume vorhanden, das war aber auch das einzige kulinarische Entgegenkommen. Die Küche, die auf den Fotos großzügig gewirkt hatte, war klein und vollgestellt, der Gasherd funktionierte nur zur Hälfte, es gab keine Schneidbretter und, unfassbar, nicht mal richtige Gläser. Dem Grill fehlte der Rost, dafür rostete der Backofen, und das Wasser im Spülbecken lief nicht ab. Darüber hing ein Schild, das auf Deutsch die Hausregel ausgab: “Bitte werfen Sie den Mull in den Ort”.

Da standen wir, mit Kisten voll Tomaten und einer tropfenden Tüte mit frischen Rotbarben und hatten nicht mal ein Schneidebrett. Eine abgebrochene Türklinke, einen Skorpion unterm Sofa und zwei Nächte in einem kollabierenden Bett später wussten wir, wie mit der neuen Situation umzugehen war: Wir gingen einfach nicht mehr ins Haus. Blieben von morgens bis abends im Garten und zogen um zehn Uhr nachts runter in die Restaurants. Nächstes Mal reicht wieder ein Zelt!

Max Scharnigg

 

Link zur Homepage:

www.sueddeutsche.de/

Um es vorwegzunehmen: Die Bahn ist ein wunderbares Verkehrsmittel, und die Deutsche Bahn ist viel besser als ihr Ruf. Sind Sie jeden Tag pünktlich? Also! Und die Bahn fährt täglich 25.000 Personenzüge in Deutschland.

Undifferenziertes Bahn-Bashing ist total out, seine tarifpolitischen Spielchen auf dem Rücken der Fahrgäste austragen allerdings auch. Für Warnstreiks, mit denen das wahrlich nicht fürstlich entlohnte Zugpersonal mehr Geld und verträglichere Arbeitszeiten durchsetzen will, könnte man Reste von Verständnis aufbringen – für Arbeitsniederlungen, weil sich die Gewerkschaften einen Machtkampf liefern jedoch ganz sicher nicht.

Und um ein Kräftemessen der Gewerkschaften geht es in diesem Tarifkonflikt. Deshalb stundenlang in stehenden Zügen sitzen und gar Zugausfälle hinnehmen müssen, ist ärgerlich. Also ärgern wir zurück. Aber richtig. Denn ein erfahrener Eisenbahner, den die Streiks aufregen, gibt dafür Tipps.

Sag mir, auf welcher Seite Du stehst

Beim ersten Kontakt geht man das Zugpersonal gleich ganz direkt an: “In welcher Gewerkschaft sind Sie eigentlich? Bei der EVG oder gar in dieser GDL?” Das an sich ist schon eine Frechheit, und ein Bahner, der unvorsichtigerweise darauf antwortet, hat sofort verloren.

Outet er sich als einer von der Lokführergewerkschaft GDL, nennen Sie ihn einen Streikhansel, der sein Lohnplus auf Ihrem Rücken erkämpft. Was ja stimmt. Sagt er EVG (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft) können Sie ihn als Flaumacher verspotten, der sich mit dem Bahnvorstand angeblich ins Bett legt. Entsprechend geschmacklose Karikaturen verbreitet die GDL derzeit.

Hält sich der Bahner hingegen klug zurück, haben Sie immerhin Konfliktbereitschaft gepaart mit einer gesunden Portion Halbwissen bewiesen – wer weiß schon von EVG und GDL und ihrem internen Zwist. Die erste Provokation dürfte gelungen sein. Blöd ist, wenn Sie an einen der wenigen Beamten geraten, die nicht streiken dürfen. Dem müssten Sie eigentlich um den Hals fallen.

Nur noch rasch ein Dessert bestellen

Die 1. Klasse ist für Bahnkunden schön, für Bahnmitarbeiter ist es der Dienst dort nicht. Unter anderem, weil es da den Service am Platz gibt. “Am schlimmsten bei diesem Job sind nachträgliche Essensbestellungen”, verrät unser Bahn-Informant. Die Zugbegleiter müssen sich neben allen anderen Aufgaben mit vollen Tabletts von der “Bordküche” durch die Gänge quälen und Kellner spielen.

“Wenn dann ein ganzes Abteil versorgt und damit bedient ist und einer dann doch noch einen Nachtisch will, ist das echt kein Vergnügen.” Denn dann geht die Rennerei wieder los – für ein Schälchen Kompott. Und es warten noch so viele andere Abteile mit ungeduldigen Menschen, die versorgt werden wollen.

Tummelfeld für Nicklichkeiten

Dasselbe Spielchen können wir in der 1. Klasse mit den Zeitungen spielen. Die Bahn bietet dort mehrere Blätter an. “Wir haben zu Beginn meist zehn Zeitungen über dem Arm hängen. Das ist irgendwann richtig schwer, sie den ganzen Tag durch die Gänge zu schleppen”, sagte der Bahner.

Soll der Ärger gelingen, sucht man sich natürlich die Zeitung aus, die es da an diesem Tag gibt, die unser Zugbegleiter aber just in diesem Moment nicht dabei hat. Für seine Premiumkunden wird er nach einem Exemplar auf die Suche gehen.

Zugegeben, das ist gemein. Aber denken Sie an den dreisten Tarifpoker, der rein gar nichts mit besseren Bedingungen für die hart arbeitenden Bahner zu tun hat. EVG und GDL fordern in dieser Tarifrunde nämlich nahezu identische Verbesserungen.

Sie fahren gar nicht 1. Klasse? Egal, ab in einen der schönen Waggons mit den bequemen Sitzen und der Beinfreiheit. Sie sind natürlich nicht so dumm, sich zu setzen, gar ihr Gepäck mitzuschleppen. Nur ein bisschen dort rumstehen, reden, gucken und Premiumatmosphäre genießen. Eigentlich müsste Sie das Zugpersonal zum Gehen auffordern – weil 1.-Klasse-Kunden ja dafür bezahlt haben, komfortabler zu reisen und dabei nicht beguckt werden wollen. Aber das macht kein Bahner gerne. Auch wenn es korrekt ist, kommt das vielen im Zugpersonal kleinlich vor.

Das Ganze kann man noch steigern, wenn man sich bei proppenvollen Zügen frech mit seinem zweitklassigen Ticket in die 1. Klasse setzt. Am besten mit Kind und vorwurfsvollem “Ich-habe-einen-Platz-gekauft”-Blick. Was zweifellos dreist ist. Es kostet das Zugpersonal dann wirklich Überwindung, Sie des Platzes zu verweisen.

“Die Fahrkarten, bitte”

Die Ticketkontrolle naht. Wir haben natürlich nicht bei der Bahn unsere Fahrkarte gekauft, sondern auf einem Onlineportal, L’Tur oder so. Und wir können die E-Mail vorweisen, wonach wir das entsprechende Ticket erworben und bezahlt haben. Nur das Ticket selbst nicht.

Das Zugpersonal ist nun mit der Tatsache konfrontiert, dass Sie nachweislich einen gültigen Fahrschein erworben haben, den aber nicht vorzeigen können.

“Man glaubt gar nicht, wie oft das passiert. Die Leute denken, eine E-Mail-Bestätigung genüge und sei identisch mit einem Ticket. Die anschließende Diskussion mit dem Fahrgast darüber, dass das nicht reicht, ist meist sehr unangenehm”, gesteht unser Bahner. Grundsätzlich ist er im Recht, aber Sie sind der Kunde.

Das Zugpersonal soll Kunden zufriedenstellen, der Kontrollierende wird also versuchen, eine Lösung zu finden. Meist kassiert er Sie dann aber doch noch mal ab. Wenn Sie das nicht wollen, zaubern Sie doch noch irgendwo den Ausdruck des eigentlichen Tickets hervor. Echt übel.

Die Nummer mit der Onlinefalle

Diese Fiesheit funktioniert auch sehr gut beim Onlineticket oder mit Kindern. Beim Onlineticket gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich bei der Kontrolle auszuweisen. Seltsamerweise haben unzählige Fahrgäste immer genau das Dokument, das dafür nötig wäre, nicht zur Hand.

Zugbegleiter sind schrottgenervt, dutzende Mal am Tag die Diskussion zu führen: “Aber sie müssen sich mit dem x oder y legitimieren”, während Sie erklären, den geforderten Perso oder die Kreditkarte nicht dabei zu haben. Am Ende taucht sie natürlich auf.

Die lieben Kleinen – und das Länderticket

Unerquicklich fürs Personal sind außerdem mitreisende Kinder, wenn die nicht auf dem Ticket der Eltern eingetragen sind. Kinder müssen bis zu einer bestimmten Altersgruppe im Fernverkehr der Bahn nichts zahlen, wenn sie mit einem Erziehungsberechtigten reisen. Fehlt auf dem elterlichen Ticket der Hinweis, dass ein Kind mitfährt, ist es ohne gültigen Fahrschein. Der Zugbegleiter muss nun mit Ihnen diskutieren, dass Ihr Kind schwarz fährt und nachzahlen soll, obwohl es kostenlos reist.

Debatten darüber fürchten Zugbegleiter – obwohl sie im Recht sind. Darüber gehen Sie jedoch hinweg, indem Sie den Bahner an seinen Ermessensspielraum erinnern: “Sie könnten ja, Sie wollen nur nicht …” Dieser Spielraum ist eng, aber es gibt ihn.

Für ordentlich Verwirrung kann man derweil im Regionalverkehr bei der Ticketkontrolle mit dem Länderticket sorgen. Auf dem können bekanntlich mehrere Personen fahren. Naht die Kontrolle erklären wir, dass “bei mir mehrere Leute mitfahren”. Nur: Der “Atze is gerade uff Klo”, “die Elfi sucht den Getränkeautomaten” und “Kevin macht mal wieder uff verschollen”. Aber “er hat was Rotes an”.

Der Zugbegleiter kann sich dann die Reisegruppe zusammensuchen, was äußerst unbeliebt ist. Und das hat in der Zeitnot des Personals ihren Hauptgrund.

Zeit ist auch für Bahner Geld

Vor allem im Fernverkehr seht das Zugpersonal ständig unter Zeitdruck. Die Bahner müssen binnen einer bestimmten Frist einen Wagen “abgearbeitet” haben, dazu gehören vor allem die Kontrollen. Unerkannte Informanten, sogenannten Mystery Customer, halten fest, ob der Zeitplan stimmt.

Ist ein Zugbegleiter zu langsam, kann ihn das im schlimmsten Fall neben einer Rüge Teile seiner flexiblen Zulage kosten. Wer das Zugpersonal also ärgern will, lässt sich mit allem so richtig Zeit. Obergemein. Aber will man das eigentlich? Mal ehrlich: Die nervigsten Typen im Zug sind doch fast immer Mitreisende.

“Krieg ich meinen Anschlusszug?”

Aufgrund des Zeitmangels ist auch bei Verspätungen die Frage “erreiche ich meinen Anschlusszug”, gefürchtet beim Zugpersonal. “Kaum fragt einer, kommen gleich vier andere auch noch an. Das wirkt ansteckend”, stöhnt unser Informant.

Nun ist es absolut verständlich, dass Kunden wissen wollen, ob sie pünktlich weiterkommen, doch die Bahner hören Fragen wie diese hundertmal am Tag und verfügen nur über geringe Mittel, das befriedigend rauszubekommen. In aller Regel öffnen sie an ihrem mobilen Gerät ein Programm wie den DB Navigator, der auf jedem guten Smartphone ist.

Die Variante des Zugpersonals hat wenig umfassendere Informationen als wir, er kann kaum einen Bahnkunden in kurzer Zeit zufriedenzustellen. Dann noch den Zugbegleiter bestürmen, der Anschlusszug solle doch bitten warten, steigert den Nervfaktor noch mal deutlich. Denn anders als man denkt, haben Zugbegleiter darauf so gut wie keinen Einfluss.

Ob beispielsweise ein Regionalexpress auf einen verspäteten ICE wartet, hängt nicht von einer imaginären “Rangfolge” der Züge ab oder dem Einsatz “meines Zugchefs”, sondern vom Verkehrsvertrag, den der Besteller des RE, das Bundesland oder der jeweilige Verbund, mit der Bahn abgeschlossen hat. Normalkunden das zu erklären, ersparen sich nahezu alle Bahner lieber.

Es läuft nicht rund mit den Rädern

Sie haben sich derweil entschlossen, das schöne Sommerwochenende mit einer Radtour zu verbringen, die in der Regionalbahn beginnt. “Radmitnahme eingeschränkt möglich”, steht im Fahrplan. Wann die Radabteile dann Samstagvormittag endgültig rappelvoll sind, liegt im Auge des Betrachters. Für die, die schon drinsitzen, geht nichts mehr. Die, die noch rein wollen, sehen noch “jede Menge Platz”.

Das Zugpersonal, das über unzählige Räder stolpert, muss schlichten – ein sich stets an lauen Wochenenden, vor allem in den Großstädten wiederholendes und zermürbendes Prozedere für Bahnmitarbeiter. Selbstredend vertreten wir unsere Position mit Nachdruck.

Wem das nicht reicht, der nervt die Zugbegleiter in den ICEs mit dem Kalauer, doch endlich mal auch hier sein Rad mitnehmen zu wollen. Was zum Glück weiterhin untersagt ist. Stellen Sie sich einen übervollen ICE Freitagnachmittag vor und ein paar dieser militanten Radler, die ihre Gerät am liebsten noch ins Bordrestaurant schleppen würden.

Heiße Sache, prima Klima

Auch sehr beliebt: Stören Sie sich einfach mal an der Temperatur in Ihrem ICE-Großraumabteil. Und bitten den Zugbegleiter, zu kühlen oder einzuheizen. Möglichst gut hörbar. “Denn kaum haben das andere Fahrgäste gehört, ist auch denen schlagartig zu heiß oder kalt. Und sie wollen, dass das abgestellt wird”, verrät unser Bahner.

Vermutlich geht es den Leuten schlicht auch darum, sich nicht von einem anderen Reisenden die Raumtemperatur vorgeben zu lassen. “Wenn man da einem Wunsch nachkommt, kann man ganz schnell 50 Mal rennen, und am Ende sind doch alle unzufrieden”, stöhnt der DB-Mitarbeiter.

Ein einziger Espresso für eine ganz Gruppe

Sie haben also mehrmals eine Korrektur der Raumtemperatur gefordert und ziehen nach Erreichen dieses Ziels ins Bordrestaurant, Quartett spielen oder eine Landkarte ausbreiten. Essen wollen Sie da natürlich nicht. Aber so dumm, dort Ihr Pausenbrot auszupacken, sind Sie auch nicht. Die Bordgastronomen beobachten zunehmend, dass Fahrgäste das Restaurant als eine Art Pausenraum mit mehr Platz sehen.

Den gibt es allerdings nur, wenn man etwas verzehrt. Die Bordrestaurants und das Personal müssen Umsatz machen, also wird es Sie vertreiben müssen, wenn nichts bestellt wird. Das an sich ist schon unangenehm genug, da viele Kunden erstaunlich hartnäckig ohne Speis’ und Trank sitzen bleiben.

Sie sind noch tückischer und halten sich als Gruppe an einem Espresso und einem Wasser fest – dann ist der Bordgastronom machtlos. Blöd für ihn, denn die Restaurants verdienen sowieso schon kein Geld, genau wie die Nacht- oder Autozüge. Wäre die Bahn jene kalte Gewinnmaschine, als die man sie immer wieder darstellt, hätte sie die Bordrestaurants sowie Auto- und Nachtzüge längst allesamt abgeschafft.

Her mit dem Formular, hier und jetzt

Wie die Zeit vergeht im Restaurant – und die Verspätung unseres Zuges ist enorm. Sie suchen das Zugpersonal und verlangen nachdrücklich das Verspätungsformular, um Entschädigung fordern zu können. Das gibt es natürlich auch am Service-Point, aber sicher ist sicher.

Nur: Oft haben die Zugbegleiter beim Durchgang nicht genug Exemplare dabei, sie müssen es holen gehen. Stress pur, wenn mit steigender Verspätung ein Ansturm auf die Formulare einsetzt. Und Sie lassen sich mit dem Hinweis auf den Service-Point nicht vertrösten.

Die Schweiz und der Börsengang

Zuletzt gehen wir den Bahnern mit dem Vergleich der Bahn in der Schweiz, diesem angeblichen Schienenwunderland, noch mal gehörig auf die Nerven. Erstens hinkt der Vergleich dieses Bahnzwergstaates mit dem großflächigen Netz in Deutschland. Zweitens kann das Zugpersonal nun wirklich nichts dafür, dass bei den Eidgenossen manches besser läuft.

Am Ende sorgt ein trotziger Verweis, manches wäre hier besser “ohne eure Börsenpläne” für vollendete Verstimmung. “Börsengang” – immer noch ein Reizwort für das Gros des Zugpersonals, das von dem ehrgeizigen Vorhaben bei Verwirklichung wirklich nichts gehabt hätte.

 

zur Webseite:

http://www.welt.de/reise/article131933151/

Auf dem Castle Rock überragt Edinburgh Castle die Stadt mit seinen fast 500.000 Einwohnern. Seit dem 4. Jahrhundert war die Burg der Sitz der schottischen Könige und Königinnen, hier tagte auch das schottische Parlament. Im Mittelalter war die Burg der Zufluchtsort der schottischen Regenten. Viele sehenswerte Ausstellungsstücke zeugen von der wechselvollen, teils dramatischen Geschichte zwischen England und Schottland, hier befinden sich die ältesten europäischen Kronjuwelen, die Honours of Scotland. Auf Edinburgh Castle brachte Maria Stuart ihren Sohn zur Welt, der König von England werden sollte, und an dieser Stelle lohnt es sich, noch einmal der Historie der Rivalinnen Elisabeth von England und Maria Stuart nachzugehen.

Die Hauptstadt Schottlands ist ein touristisches Juwel. Im August finden legendäre Festivals statt, wie das “Fringe”- Theaterfestival oder das “Military Tattoo” mit Gästen aus aller Welt. Ein besonderes Erlebnis ist das Sylvester- Event, der viertägige Hogmanay. Ein langer Fackelzug schlängelt sich von der Altstadt bis zum Hügel, begleitet von historisch kostümierten Rittern und vielen Pipers, den Dudelsackspielern.

Museumsfans kommen in Edinburgh auf ihre Kosten: das Museum of Scotland zeigt die Geschichte der Nation, die National Gallerie beherbergt sehenswerte Exponate, und der Palace of Holyroodhouse an der Royal Mile ist auch heute noch Sitz der englischen Königin, wenn sie in Schottland weilt. Dem 300 Jahre alten “Wasser des Lebens” spürt man im Erlebnismuseum der Whiskey- Experience nach.

Die Princes Street ist eine der attraktiven Einkaufsstraßen mit Blick auf die Burg. Boutiken und klassische britische Markengeschäfte wechseln sich mit traditionsreichen Pubs ab, in denen am Abend schottische Lifemusik gespielt wird. Auch das Kaufhaus Harvey Nichols ist mit seinen 5 Etagen einen Besuch wert, das Angebot reicht von Modeartikeln bis zu Haushaltsgegenständen.

In Edinburgh kommen Gäste auch kulinarisch auf ihre Kosten; denn es gibt eine Vielzahl ausgezeichneter Speiserestaurants, wie die “Whitchery”( Hexenhaus) in einem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert. Schottische Speisen mit französischer Raffinesse bietet das “Martin Wishart” an, und mit einem Besuch in “The Kitchen Restaurant” am Hafen von Leith lässt sich eine Besichtigung der “Britannia” verbinden.

 

 

Zuerst erschienen auf:

http://www.my-destination.net

München (ots) – Vor Beginn der Hauptreisesaison gibt der ADAC Tipps, wie sich Urlauber vor Dieben schützen können. Darüber hinaus beantworten die Reise-Experten des Clubs am 26. Juni 2014 telefonisch Fragen rund um die Ferien – angefangen von der Reiseplanung, über Rechtstipps bis hin zur Reiseapotheke.

Geld und Ausweis: Wertvoller Schmuck sollte nicht mit auf Reisen gehen und wichtige Dokumente in Kopie dabei sein, um bei Verlust schnell Ersatz zu erhalten. Ratsam ist es, die Servicenummer der Bank zu kennen, um beispielsweise schnell die gestohlene Kreditkarte sperren zu lassen. Es sollten immer nur kleine Bar-Beträge im Geldbeutel mitgeführt werden. Größere Beträge sowie Ausweise sind sicherer in einem Brustbeutel verwahrt. Beim Zahlen sollte ein Geldschein erst aus der Hand gegeben werden, wenn das Wechselgeld auf dem Tisch liegt.

Während der Fahrt und auf dem Parkplatz: Vorsicht, wenn Fremde versuchen, während der Fahrt auf Defekte am Auto aufmerksam zumachen. Nicht anhalten und zur Abschreckung vorgeben, per Handy mit der Polizei zu telefonieren. Gefährlich ist es, sich auf Parkplätzen von einem Fremden in ein Gespräch verwickeln zu lassen. Dies ist oft eine Betrugsmasche, bei der ein zweiter Dieb versucht, etwas aus dem Fahrzeug zu entwenden. Zudem sollte das Auto nach dem Abstellen auf dem Parkplatz immer kontrolliert werden, ob es nicht für eine spätere “Panne” manipuliert worden ist.

Gepäck: Koffer und Taschen sollen möglichst nur im Kofferraum transportiert und nach der Ankunft gleich ins Hotel gebracht werden. Wertgegenstände sind am sichersten im hoteleigenen Safe.

Stadt: Die Autotüren sollten bei der Fahrt durch die Stadt verriegelt sein. Fenster sind bei Ampelstopps nur etwas zu öffnen, damit nichts aus dem Fahrzeuginneren herausgezogen werden kann. Am sichersten werden Autos auf bewachten Parkplätzen oder Garagen geparkt. Für die Fahrt in die Innenstadt sind Taxi und öffentliche Verkehrsmittel ratsam.

Camping: Zum Übernachten im Campingfahrzeug sollte ein Campingplatz oder ein belebter Parkplatz nahe eines Restaurants angefahren werden. Beim Übernachten außerhalb von Campingplätzen sollten Fenster und Türen geschlossen und die Diebstahlsicherung eingeschaltet sein. Ratsam ist es die Fahrerhaustür zusätzlich von innen – etwa mit einem Spanngurt – zu sichern. Gegen Überfälle mit Betäubungsgas helfen Warngeräte aus dem Fachhandel. Extra-Tipp für Wohnmobilisten: Wer den Zündschlüssel im Schloss stecken lässt und entsprechend parkt, kann im Notfall schnell, ohne zu rangieren, losfahren.

Notruf: Unter der ADAC Auslandsnotruf-Nummer 0049/89 – 22 22 22 gibt es immer Hilfe. Empfehlenswert ist es zudem sich die Adressen der deutschen Botschaft oder des deutschen Konsulats im Ausland zu notieren.

Telefonaktion: Damit Urlauber zu allen touristischen Themen des ADAC weitere Fragen stellen können, führt der ADAC am 26. Juni 2014 eine Telefonaktion durch. Reise-Experten des ADAC geben an diesem Tag von 10 bis 19 Uhr Auskunft. Informationen zum internationalen Verkehrsrecht, wie dem richtigen Verhalten bei Verkehrsverstößen und Unfällen im Ausland, werden unter der Telefonnummer 089/ 7676 3180 gegeben. Antworten zum Thema Reiserecht, wie Stornierung und Umbuchung erhalten Interessierte unter 089/ 7676 3181. Geht es um die Urlaubskasse, u. a. den sinnvollen Mix aus Bargeld, Kreditkarten und Schecks, dann ist die Telefonnummer 089/ 7676 3182 zu wählen. Was in die Reiseapotheke gehört und welche Impfungen erforderlich sind, erfahren Urlauber unter 089/ 7676 3183. Für touristische Themen, wie Routenempfehlung, Maut und Einreise, ist die Telefonnummer 089/ 7676 3184 geschaltet. Sollten alle Nummern besetzt sein, kann die Anfrage an die Mailadresse urlaub@adac.de gerichtet werden.

Weitere Auskünfte zu dem Thema erhalten Urlauber auf der Homepage des ADAC und in den Geschäftsstellen sowie unter der kostenfreien Servicenummer 0800/ 5 10 11 12. Der Club hält dort auch zahlreiche wertvolle Informationen für die Reise parat, ob Routenplanung oder Tourentipps, ob Fragen rund um Camping oder Wassersport.

 


Zur Internetseite:
http://www.presseportal.de/pm/7849/2765256/diebe-schnell-chancenlos-gemacht-der-adac-gibt-tipps-fuer-einen-sicheren-urlaub-adac-telefonaktion

Klassische Stein- und Ornament-Fassade und in ihrer Mitte eine Keilspitze aus Hunderten Aluteilen: In dieser avancierten Kombination präsentiert sich schon von Weitem das auf einem Hügel der sogenannten Albertstadt gelegene, im Oktober 2011 eröffnete Militärhistorische Museum von Dresden.

Im 19. Jahrhundert hatte sich hier Europas größter Kasernenkomplex befunden, ehe das lang gestreckte Gebäude mit dem eindrucksvollen Portal von wechselnden Regimes als Museum, sprich als Ort militärischer Selbstdarstellung genutzt wurde: Königlich-sächsische Armee, Reichswehr, Wehrmacht, NVA. Read the rest of this entry »